
Menschen & Mentalität
Menschen und Mentalität
Wer die Kapverden zum ersten Mal besucht sollte vor allem eines mitbringen: Zeit und Muse, Geduld und Nachsicht.
Noch hat der Tourismus auf vielen der insgesamt 9 bewohnten Inseln nicht seine oftmals markanten Spuren hinterlassen, noch erfreut sich der Besucher einer herzlichen, unkomplizierten und spontanen Aufnahme und noch befindet sich das Land aufgrund seiner besonderen geographischen Position in einer Art von „splendid isolation“.
Und doch ist diese kleine Inselwelt kosmopolitischer als man denkt. Jahrhunderte der Emigration haben die Kapverdianer zu „people of the world“ gemacht, die rund um den Globus gewollt oder ungewollt heimisch geworden sind.

Nahezu 2/3 der gesamten Bevölkerung kapverdischer Nationalität leben im Ausland. Die meisten haben sich dort integriert und die Nationalitäten ihrer Gastländer angenommen. Ihre Kinder sind längst fester Bestandteil der jeweiligen Gesellschaft geworden.
Bevölkerung
Rund 400.000 Kapverdianer leben weiterhin auf den Inseln.
Zurückgeblieben sind vor allem die Alten und die in ihrer Obhut verbliebenen Enkelkinder, die „die Stellung halten“ und die ihr Dasein mit Hilfe der bescheidenen Auslandsüberweisungen seitens ihrer ausgewanderten Familienangehörigen bestreiten.
Und doch erscheint es, als ob sich beide Teile dieser ungewöhnlichen Gesellschaft mit ihrem Schicksal abgefunden hätten. Für die im Ausland lebenden Kapverdianer ist die starke emotionale Bindung an die Heimat geblieben – „sodade“ – die Sehnsucht begleitet sie, wohin auch immer das Schicksal sie geführt hat.
So erwartet den Besucher eine offene, emanzipierte und fröhliche Gesellschaft, deren Bindung und Verbindung zu Europa, Amerika und Afrika nicht inniger sein könnte und die mit beispielhafter Toleranz und Offenheit auch all jenen Völkern begegnet und sie willkommen heißt, die sie einst unterdrückt, versklavt, gedemütigt und kolonialisiert haben.






